Notrufe für Gehörlose, Schwerhörige und Personen mit einer Sprachbehinderung

Wenn Sie gehörlos oder schwerhörig sind bzw. eine Sprachbehinderung haben, können Sie die Notrufzentralen nun auch per App und SMS erreichen.

Achtung:

  •   Sowohl die App 112 BE als auch der SMS-Dienst funktionieren nur in Belgien.
  •   Benutzen Sie nicht die Chat-Funktion über die App oder den SMS-Dienst, wenn Sie die Notrufzentralen über einen normalen Sprachanruf kontaktieren können. Bei mündlichen Fragen kann der Telefonist schneller auf die Antworten eingehen. Bei gewöhnlichen Sprachanrufen können Telefonisten zudem medizinische Betreuung leisten, zum Beispiel durch Anweisungen für eine Wiederbelebung.

App 112 BE

Wenn Sie ein Smartphone haben, ist die App 112 BE eine der Möglichkeiten, die Notrufzentralen zu kontaktieren, wenn Sie in einer Notsituation sind und dringend medizinische Hilfe und/oder die Hilfe der Feuerwehr oder der Polizei in Belgien benötigen.

Einige Vorteile:

  •   3 Hilfsdienste, 1 App: Sie brauchen sich die Notrufnummern nicht zu merken. Sie klicken einfach auf das Icon der Feuerwehr, der medizinischen Hilfe bzw. der Polizei, je nach Art der Hilfe, die Sie benötigen.
  •   Ortung: Die Notrufzentralen können Sie dank dieser App leichter über die GPS-Funktion auf Ihrem Smartphone zurückfinden. Wenn die Ortung auf Ihrem Smartphone angeschaltet ist, sendet die App, sobald Sie anrufen, Ihre Position an die Notrufzentrale und sendet dieser anschließend alle 30 Sekunden ein Update von Ihrer Position, solange Sie in der Leitung bleiben. Wenn Sie die Notrufzentralen angerufen haben und danach nicht mehr reagieren, lassen die Notrufzentralen Ihr Smartphone klingeln, sodass die Hilfsdienste Sie leichter zurückfinden können und Ihnen helfen können.
  •   Chat-Funktion: Sie können bei der Registrierung der App anhand eines Häkchens anzeigen, dass
    Sie gehörlos oder schwerhörig sind bzw. eine Sprachbehinderung haben. Die App wird dann, falls Sie einen Notruf über die App senden, automatisch die Chat-Funktion aktivieren, sodass Sie über Nachrichten mit der Notrufzentrale kommunizieren können.
  •   Zusätzliche Informationen: Sie können auch bestimmte medizinische Informationen wie Herzprobleme, Allergien (gegen Arzneimittel), Epilepsie, Diabetes, ... durchgeben. Der Telefonist verfügt über diese Informationen, noch bevor Sie etwas mitgeteilt haben, und kann sie an die Hilfsdienste weiterleiten, die vor Ort eintreffen.

Download und Registrierung

Bei einer guten Internetverbindung bedarf es nur 112 Sekunden, um die App auf Ihr Smartphone herunterzuladen, sie zu installieren und sich zu registrieren. Öffnen Sie hierzu die App oder den Play store auf Ihrem Smartphone, geben Sie “App 112 BE” in das Suchfeld ein und laden Sie die App herunter. Fügen Sie die App nach der Installierung dem Startbildschirm Ihres Smartphones zu. So können Sie die App leichter zurückfinden, wenn Sie in einer Notsituation sind. Danach brauchen Sie sich nur noch zu registrieren. Diese Registrierung besteht lediglich aus 2 Bildschirmen mit kurzen Fragen.

Wir hoffen natürlich, dass Sie die App niemals benötigen werden. Registrieren Sie sich aber trotzdem, damit auch Sie die Notrufzentralen kontaktieren können, wenn Sie, Ihre Familie oder Freunde dringend Hilfe benötigen.

Weitere Infos über 112 BE

 

 

Wie kann man die App benutzen?

Sehen Sie sich das nachstehende Video in Zeichensprache an; darin wird in Gebärdensprache  erklärt, wie Sie die App benutzen.

Achtung:

  •   Für eine optimale Nutzung der App sollten Sie die Ortungsfunktion Ihres Handys und eventuell den Ton anschalten.
  •   Die Chat-Funktion wird automatisch aktiviert, sofern Sie bei der Registrierung anhand eines Häkchens anzeigen, dass Sie gehörlos oder schwerhörig sind bzw. eine Sprachbehinderung haben.
  •   Die Daten, die Sie bei der Registrierung eingeben, werden nicht systematisch von den Notrufzentralen gespeichert, aber sie werden bei einem Notruf über die App automatisch an die Telefonisten weitergeleitet.

SMS

Wenn Sie kein Smartphone haben, können Sie die Notrufzentralen immer noch per SMS erreichen. Dieser Dienst ist kostenlos und Gehörlosen, Schwerhörigen und Personen mit einer Sprachbehinderung vorbehalten. Es ist nicht möglich, Nachrichten an die üblichen Notrufnummern 112 und 101 zu verschicken, wohl aber an spezifische Nummern, die nur von Gehörlosen, Schwerhörigen oder Personen mit einer Sprachbehinderung per E-Mail oder SMS angefordert werden können.

Wie kann man SMS benutzen?

Sehen Sie sich das nachstehende Video in Zeichensprache an; darin wird in Gebärdensprache  erklärt, wie Sie SMS benutzen und die spezifischen Nummern für den SMS-Dienst anfordern können.

 

 

Achtung:

  •   Durch die Anforderung der spezifischen Nummern per SMS oder E-Mail erklären Sie auf Ehrenwort, dass Sie die Notrufzentrale nicht selbst per Sprachanruf kontaktieren können.
  •   Sie müssen eine belgische SIM-Karte haben, um auf den SMS-Dienst zurückgreifen zu können.
  •   Es gibt 1 Nummer für medizinische Hilfe und die Feuerwehr und 1 Nummer für die Polizei. Damit keine Zeit verloren geht, raten wir Ihnen, die Nummer für die Polizei nur zu benutzen, wenn Sie Polizeihilfe benötigen. Wählen Sie in den anderen Fällen die Nummer für medizinische Hilfe und die Feuerwehr.
  •   Solange Sie gehörlos oder schwerhörig sind bzw. eine Sprachbehinderung haben, dürfen Sie mit gleich welchem Handy oder gleich welcher Handynummer eine SMS an die Notrufnummern senden.
  •   Die Notrufzentralen können keine MMS empfangen.

Haben Sie Fragen oder haben Sie kürzlich einen SMS-Notruf verschickt? Schicken Sie Ihre Fragen, Erfahrungen oder Bemerkungen an feedbacksms@ibz.fgov.be.
Testen Sie die Notrufnummern nicht. Wer eine SMS zum Scherz verschickt, kann gerichtlich verfolgt werden.

Fax

Wenn Sie kein Smartphone oder Handy haben, können Sie immer noch die Notrufnummern per Fax erreichen.

Wie bei Sprachanrufen können Nachrichten an die Notrufnummern per App und SMS zwecks Verbesserung der Dienstleistung ein Jahr lang von den Notrufzentralen gespeichert werden. Die Telefonisten sind selbstverständlich an die Geheimhaltungspflicht gebunden. Dies ist in Artikel 125 § 1 Nr. 3 und Artikel 128 des Gesetzes vom 13. Juni 2005 über die elektronische Kommunikation festgelegt.